Tipps bei Hämorrhoiden
Neben der oft unverzichtbaren Therapie mit Arzneimitteln können Sie selbst einiges unternehmen, um dem Entstehen und Fortschreiten von Hämorrhoiden entgegenzuwirken.
Bindegewebsschwäche
Gegen eine Veranlagung zur Bindegewebsschwäche können Sie leider nur wenig ausrichten. Aber auch hier kann das Training von Beckenboden und Schließmuskel (siehe weiter unten) helfen.
Pressen
Gegen zu häufiges Pressen lässt sich jedoch einiges unternehmen. Vermeiden Sie Verstopfungen, also harten Stuhl. Hier spielen mehrere Aspekte eine wichtige Rolle:

Ernähren Sie sich ballaststoffreich. Dazu gehört der vermehrte Verzehr von Vollkornprodukten, Gemüse und Obst. Weißmehlerzeugnisse oder stark zuckerhaltige, blähende oder stark gewürzte Lebensmittel sollten dagegen nur selten auf dem Speiseplan stehen. Mit einigen Esslöffeln Hafer- oder Weizenkleie zum Frühstück können Sie sich zusätzlich Ballaststoffe zuführen, die sich zudem positiv auf Ihren Cholesterinspiegel auswirken.

Trinken Sie ausreichend. Zwei bis drei Liter pro Tag sollten es schon sein – bei hohen Temperaturen oder körperlichen Belastungen entsprechend mehr.

Regelmäßige Bewegung ist wichtig, um den Darm in Schwung zu bringen. Verordnen Sie sich im Alltag einfach ein paar Bewegungseinheiten mehr, z.B. die Treppe statt den Aufzug zu nehmen, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren oder etwas entfernter zu parken, die Mittagspause für einen Spaziergang zu nutzen. Ihnen werden sicher einige Möglichkeiten einfallen.

Unterdrücken Sie Ihren natürlichen Stuhlgang nicht. Dies führt nur dazu, dass sich der Stuhl verhärtet und in der Konsequenz ein höherer Pressdruck aufgewendet werden muss oder gar chronische Verstopfung droht.

Verzichten Sie möglichst auf Abführmittel. Diese sorgen einerseits für ungünstige Druckverhältnisse im Darm und fördern andererseits die Darmträgheit und verschlimmern so nur Ihr Problem. Wenn Sie diese im Einzelfall doch brauchen, bevorzugen Sie solche auf Basis von Quellstoffen (z. B. Flosamen) oder solche, die den Wassergehalt des Stuhls erhöhen (Lactulose, Macrogol) oder verabreichen Sie sich ein Klistier aus der Apotheke. Oft kann es auch ausreichen, morgens auf nüchternen Magen ein wohltemperiertes Glas stilles Wasser zu trinken, um den Darm in Gang zu setzen.
Übrigens: Bezüglich der Stuhlfrequenz gilt folgende Regel: dreimal am Tag bis einmal alle drei Tage ist völlig normal!
Beckenboden-Belastung
Sollten Sie einige Pfunde zu viel mit sich herumtragen, gibt es viele Gründe, diese loszuwerden. Die Belastung Ihres Beckenbodens, verbunden mit der ungünstigen Wirkung auf Hämorrhoiden, ist einer.
Davon unabhängig gibt es viele Übungen, den Beckenboden – z.B. während und nach einer Schwangerschaft – zu stärken. Darüber hinaus macht es Sinn, den Schließmuskel zu trainieren. Dies funktioniert recht einfach: pro Trainingseinheit (mehrfach täglich, z.B. im Auto oder im Fernsehsessel) zehn Mal den Schließmuskel jeweils für fünf Sekunden kräftig anspannen und danach wieder für einige Sekunden lockern.
Beim Sport sollten Sie darauf achten, Sportarten auszuführen, die die Beckenbodenmuskulatur unterstützen, wie z.B. (Nordic) Walking, Wandern, Schwimmen, Fahrradfahren und Gymnastik. Übrigens: harte Fahrradsättel sind auch wie das Sitzen auf kaltem Untergrund, Autositzheizungen, oder langes Sitzen – trotz vieler gegenteiliger Behauptungen – nicht für Hämorrhoiden verantwortlich. Auf den Beckenboden belastenden Sport, wie z.B. Jogging, Tennis, Springen oder Kraftsportarten wie Gewichtheben sollte bei Hämorrhoidalleiden verzichtet werden.
Sanfte Hygiene
Wichtig ist auch, Ihre Hygiene anzupassen, um so zusätzliche Schleimhautreizungen zu vermeiden.
Hierzu gehört:
Den Analbereich nicht mit rauem Toilettenpapier abreiben oder abrubbeln. Stattdessen empfiehlt sich sanfte und gründliche Feuchtreinigung mit lauwarmem Wasser und Einmalwaschlappen oder weichem Toilettenpapier, alternativ mit parfümfreien, hypoallergenen Feuchttüchern oder Öltüchern aus der Babypflege. Danach vorsichtig durch Abtupfen trocknen.